Knabbern

Die Fingernägel sind schon ausgefranst, die Zeit schon knapp (nur mehr 17 Tage bis zum Abflug), und die Wohnung noch immer vollgeräumt bis unter die Decke. Da versucht man alles loszuwerden, aber es wird scheinbar nicht wirklich weniger. Und die Zeit läuft derzeit sowieso schneller, als mein vom Burn-Out gezeichneter Körper. Aber ich werde dich schon einholen, hähä

Earth Park Asia

Ein richtiger Lichtblick ist der Earth Park. Ein Projekt von lieben, engen, besten Freunden von uns in Malaysia auf Borneo. Sie haben dort ihr ganzes Herzblut investiert um etwas großartiges aufzubauen. Wir werden dort nicht nur sie endlich wieder in die Arme nehmen können, sondern werden in einer veganen Umgebung/Gemeinschaft, in einer traditionellen, malaysischen Bambus-/Holzhütte, direkt am Strand im tropischen Klima wohnen – und vielleicht ergibt es sich auch, dass wir dort einmal unsere Zelte auch aufschlagen werden/können. Jedenfalls könnt auch ihr dort euren Urlaub verbringen und die Roadfamily und/oder auch uns besuchen (YEAH!!!)– wär das nicht was? Nähere Infos hier: Earth Park Asia.

Zeit

Jedenfalls ist es schon sehr arg, wie dehnbar die Zeit in alle Richtungen ist. Das lässt einen hinterfragen, ob Zeit denn wirklich ein Fixum, eine Realität ist, oder ob das nur eine Erfindung der Menschheit ist um sich stressen zu lassen, um sein Leben “einzuteilen” und nicht um es zu leben. Einerseits vergeht die sehr schnell – der Zeitpunkt der Abreise rückt immer näher. Andererseits lässt die Vorfreude auf die neue Lebenszeit alles wie in Agar-Agar eingeschweißt kaum vergehen.

Gegenwart/Zukunft

Man lebt immer nur in der Gegenwart. Man kann sich Vornehmen was man immer auch will, ob es tatsächlich eintrifft, das wird sich erst zeigen. Alles was man nicht jetzt macht, muss man in Frage stellen. Alles was man machen will und auf später verschiebt ist sehr ungewiss. Man kann ein sehr fremdbestimmtes Leben leben, in dem wir unsere Verantwortungen an alle möglichen Institutionen abgeben: Versicherungen, Arbeitgebern, Regierungen, Zufall, …, oder man kann versuchen mehr in Richtung Selbstbestimmung zu gehen. Das bedeutet aber natürlich, dass man viele „Sicherheiten“ aufgibt. Was wirklich für einen selbst richtig ist, das muss man selbst entscheiden. Diese „Sicherheiten“ wiegen einen aber leicht in einen Dornröschenschlaf, aus dem man vielleicht nie wieder aufwacht, oder vielleicht knapp vor seinem Tod, wenn man feststellen muss, was man nicht alles noch machen wollte, aber nie den Mut hatte zu tun?

Schule

Die Frage die in unserer Situation am meisten gestellt wird: Aber was ist mit der Schule? Freilernen/unschooling/worldschooling sind die notwendigen Begriffe dafür, und ich werde mich sicher noch in einem eigenen Blog-Post damit beschäftigen.

Reaktionen

Je näher einem Personen stehen, umso ängstlicher und kritischer sind die Reaktionen, und das ist logisch. Es ist aber mehrheitlich positives Feedback, verwunderte Fragen wie man sich das trauen kann, mit gleichzeitigem, herzlichen Wunsch, dass alles gut werden soll und es großartig ist, so etwas zu machen. Wir nehmen auch Kritik an, aber es ist im Endeffekt unsere Entscheidung, was wir machen werden, aber wir haben immer gut gemeinte Ratschläge und Ängste im Hinterkopf um nicht „ins offene Messer“ zu laufen.

Freunde

Das ist sicher für mich der große, wunde Punkt an der ganzen Lebensumstellung. Man lässt viele geliebte Menschen hinter sich, und die Zeit alle noch ein letztes Mal für die nächsten 2 Jahre nachhaltig zu drücken (unter Tränen), ist schon nicht mehr wirklich da. Der erste Teil unseres neuen Lebensabschnitts in SO-Asien, wird mit einer Rückkunft nach Österreich nach 2 Jahren Weltreise mal abgeschlossen, und wie es dann weiter geht, kann noch niemand wirklich sagen. Vielleicht war diese Reise dann schon genug für uns alle, oder es wird eine neue Reise geplant? Wir werden uns überraschen lassen.